Zum Warmwerden (wenn man das bei den Temperaturen überhaupt sagen kann) gab es einen Riesling Brut Sekt - den nahmen wir noch draussen auf der Strasse ein. Man weiss sich ja zu helfen. Auch Paul, der Hund einer Freundin, war überhaupt kein Problem - und bekam einen Napf mit Wasser, den er vorwurfsvoll ignorierte. Kluges Kerlchen.
Nach drei Gläsern Sekt (glaube ich) ging es dann auch rein und los. Der Winzer aus der Pfalz erklärte uns, dass der zu Amuse Geule und Vorspeise passende Wein, ein 2009er Weißer Burgunder Spätlese trocken, aufgrund der Kalksandsteinumgebung besonders mineralisch ist. Gepasst hat er auf jeden Fall - mir war er ein bisschen zu vordergründig süß, aber bei drei Herren am Tisch blieb das der Lieblingswein des Abends. Über Geschmack lässt sich eben doch nicht streiten.
Amuse Geule: Kräutercrepe mit Lachs
und hausgemachtem Sahne-Meerrettich
Der Crepe war fest, aber nicht kompakt, die Kräuter dezent, der Lachs ein Traum. Festfleischig und aromatisch. Und bei Lachs und Meerrettich bin ich sowieso immer dabei. Die Vorspeise stand dem Auftakt in nichts nach:
Melonen-Chili Kaltschale mit halbrohem
Thunfisch und Portugieser Kaviar
Die Melonen-Kaltschale erfrischend mit einer leichten Schärfe im Abgang. Der Thunfisch auf einem frittierten Maisfladen, massentauglich etwas mehr durch als ich ihn sonst liebe, aber egal.Der Portugieser Kaviar ist ein Gruß an die Molekularküche: die Perlen in der Kaltschale sind der Kaviar, hergestellt aus dem entsprechenden Wein. Tolle Idee, außergewöhnliches Mundgefühl. Klar, nur "Spielerei", aber ich mag sowas.
Zum Zwischengang gab es dann eine 2009er Riesling Spätlese trocken. Die war mein Lieblingswein am Abend: fruchtig, im Abgang mit ein bisschen Säure, sehr frisch und spritzig. Der Zwischengang war eine Zabaione von "Zero 8" mit Roastbeef und Salatbukett.
Wo ist das Bild?, grübelt der geneigte Leser. Tja, ich muss gestehen, der Wein tat in der Zwischenzeit seine Wirkung und ich war einfach zu gierig. Asche auf mein Haupt. Erst als der Teller schon zu 2/3teln leer war, fiel mir auf, dass ich ja noch gar kein Foto gemacht hatte. Sorry, sorry, sorry, ich gelobe Besserung *zähneknirschend auf den Boden guck*. Die Zabaione war mit Rotwein gemacht, leicht und fluffig, toll in Kombination mit dem Roastbeef. Die Meinungen gingen auseinander, ob der Weißwein dazu passte oder ein Rotwein besser gewesen wäre - aber auch hier, im Endeffekt lässt sich über Geschmack nicht streiten. Jedem das Seine.
Für den Hauptgang war ich dann aber fotomäßig gewappnet.
Entenbrust mit Pfefferkirschen
und Espuma vom Lavendel und Kerner
Die Entenbrust hatten wir bei unserem letzten Besuch schon kosten können - wirklich eine Sensation. Selbst die beiden eingefleischten (!) Entenskeptiker haben ihre Teller ratzekahl leergeputzt. Denn diese Ente ist ein Traum: super-kross, nicht fettig oder labberig. Und mit Lavendel-Espuma und der ultra-konzentrierten Sauce ein echter Knaller. Dazu gab es einen 2008er Saint Laurent trocken. Wir wechselten also zu Rotwein mit Nelken- und Pfefferaromen.
Dicht gefolgt vom Dessertwein, einer 2009er Scheurebe Spätlese. Und dem Dessert, logischerweise.
Cabernet Mitos Kuchen und Scheurebeneis
Der Mitos Kuchen noch warm, das Scheurebeneis mit toller, nicht zu vordergründiger Weinnote. Der Dessertwein sehr süß mit 33+g Restzucker, aber das haben Dessertweine ja nunmal so an sich. Ein wohliges Seufzen ging durch alle Tische - wer kann schon warmem Schokokuchen mit Eis widerstehen? Verständlicherweise niemand.
Ein rundum gelungener Abend. Tolles Essen, tolle Weine, nette Menschen. Jederzeit gerne wieder, liebe Julia und lieber Joschik!
Taubenstraße 14
40479 Düsseldorf
Fon: 0211-26104401



0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen