Vom Zimmer No. 01 hatte ich euch ja bereits berichtet. Und auch vom Vorsatz, da bald mal wieder hinzugehen. Gesagt, getan. Mirakulöserweise fanden eine lange nicht mehr gesehene Freundin und ich auf Anhieb (!) einen gemeinsamen Termin - wir sind so busy, wir machen auch privat Termine - und zack, war die Sache geritzt. Ich liebe so spontane Verabredungen, da beschleicht einen nicht die "eigentlich habe ich ausgerechnet heute überhaupt gar keine Lust"-Stimmung.
Wir uns also um 19h im Zimmer No. 01 getroffen. Da rückte gerade schon eine Geburtstagsgesellschaft an. Die Geburtstagstafel toll dekoriert, mit Fächern in verschiedenen Farben als Tischkärtchen, jeder mit dem individuellen Namen der jeweiligen Gästin (die Geburtstagsparty bestand ausschliesslich aus Frauen über 40) beschriftet. Damit war der Innenraum quasi voll, aber wir wollten ja sowieso draussen sitzen.
Platz genommen, Karte studiert. Annett war für die Party-People zuständig, unser Zimmermädchen war deutlich jünger und weniger routiniert, aber trotzdem nett und sehr bemüht. Wir orderten Weißwein: einen Plume und einen W.E.I.S.S., beides wurde uns erstmal im Probiergläschen verabreicht. Sehr professionell, sehr angenehm.
Alsdann nahm das Zimmermädchen drei Anläufe, unsere Essensbestellung aufzunehmen, aber wir hatten uns schon festgequatscht und schafften es ergo nicht, einen Blick in die Karte zu werfen. Typisch Weiber, denkt jetzt der ein oder andere. Ja genau, kenn ich denken die Mädels. Hey, wir hatten schnell festgestellt, dass wir uns tatsächlich schon 4 (!) Jahre nicht mehr gesehen haben. Da gibt es eben eine Menge zu erzählen.
Wir haben es aber doch vor Feierabend noch geschafft, was zu essen zu ordern: Annabelle den Wintersalat mit gratiniertem Ziegenkäse und Honig-Senf-Dressing, ich ein warmes Panino mit Tomate, Mozza und Basilikumpesto. Beides lecker. Der Ziegenkäse bei Anna kam wider Erwarten nicht auf einer Scheibe Brot, sondern in einem kleinen gußeisernen Pfännchen, Scheibe Brot nebenan. Fein.
Mein Panino war warm, gut belegt, das Pesto allerdings ein bisschen sehr würzig. Da war wohl jemand verliebt. Dafür gabs aber noch einen Salat, und der Wein tat sein übriges. Also alles tutti.
Dann erinnerte ich mich Annetts Empfehlung von letztem Besuch, und orderte den vielgerühmten Evohé. Und siehe da, es kam ein wunderbares rotes Tröpfchen. Ideal zu trinken, aber beim Aufstehen setzt es dann was. Sehr vollmundig, sanft, lecker. Ein toller Tip.
Insgesamt trotz der Geburtstagsgesellschaft (die natürlich einen Großteil der Aufmerksamkeit in Anspruch nahm, schliesslich schmeissen zwei die Küche, zwei den Service und einer die Bar) ein sehr netter Abend. Und der Evohé ist wirklich einen Versuch wert.
P.S. Anna konnte der gemischten Tüte auch nicht widerstehen. Gott sei Dank, ich dachte schon, ich hätte einen Spleen.
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