19.6.10

Überraschungsmenü, die Zweite. Im Elendts, wo sonst?

Nach den Reinfällen der näheren Vergangenheit gibt es heute endlich mal wieder Positives zu berichten. Von meinem letzten Besuch im Elendts hatte ich euch ja bereits an dieser Stelle berichtet. Und da war ja schon klar, dass das nicht mein letzter Besuch bleiben würde. Gesagt, getan, Terminkalender gezückt und den gestrigen Abend festgezurrt. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Und die wurde auch nicht enttäuscht, um das an dieser Stelle mal vorwegzunehmen.

Der Gruß aus der Küche war sommerlich leicht: Rohkost mit Dip. Bäääh, sagen jetzt die einen, und die anderen denken Wie jetzt, ich denke, das ist ein besseres Restaurant?! Nicht so vorschnell, Freunde der gepflegten Esskultur.


Denn die Gemüsesticks waren in Öl mariniert und mit schwarzem Sesam  Hawaii-Salz verfeinert. Und der Dip war natürlich nicht irgendein Dip, sondern eine unter anderem mit Kräuterpesto, Knoblauch und Olivenöl verfeinerte Schmandbasis. Sehr lecker. Als Aperitif hatte Julia mir per Facebook schon einen Weißwein aus der Pfalz mit Rhabarbersaft und Erdbeeren versprochen - und sie hielt Wort. Als sie mir dann aber erzählte, dass sie für den Rhabarbersaft extra morgens noch nach Meerbusch musste, weil der natürlich justamente in Düsseldorf nicht mehr zu bekommen war, beschlich mich schon dezent ein schlechtes Gewissen. Aber das wischte sie beiseite. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank - denn das Gebräu war wirklich saulecker. Erfrischend, nicht zu süß, aber auch nicht zu sauer, und Erdbeeren aus Gläsern angelt hat ja immer schon Spaß gemacht.

Aber weiter im (Essens-)Text. Vorspeise: ein Potpourri aus Vorspeisen und Hauptspeisen aus der Karte. Sowas liebe ich ja. Bestehend aus: Salat im Knusperkörbchen, Entenbrust mit Pfefferkirschen und Linsenterrine.



Das Salatkörbchen herrlich knackig ausgebacken. Die Ente saftig, medium, mit einer FANTASTISCHEN Kruste, das kann ich wirklich nicht anders sagen. Keine Ahnung, wie Joschik das hingekriegt hat. Hut ab. Kirschsauce mit grünen Pfefferkörnern, süß und scharf, interessante Kombination. Vorsicht mit den Pfefferkörnern, beim Draufbeissen werden die ganz schön scharf.
Ganz anders die Linsenterrine: hergestellt aus Hummerlinsen (das sind die kleinen roten), mit Serrano-Schinken-Mantel. Herzhaft durch den Schinken, tolle Konsistenz durch die Linsen. Einfach richtig lecker.
Dazu eine Chardonnay Spätlese.

Und dann kam der Hauptgang. Festhalten.
Es gab nämlich Steinbutt- und Lachsforellenfilet mit Ofen-Tortilla und Gänseleberschaum.


Hatte ich schon erwähnt, dass dieses 3-Gang-Menü nur 35 Euro pro Nase kostet? Falls nicht, wisst ihr es jetzt. Wer diese Gelegenheit nicht nutzt, ist selber schuld.

Der Fisch war auf den Punkt, die Lachsforelle mit einer sensationell knusprigen Haut. Der Gänseleberschaum leicht und fluffig, ohne zu aufdringlich zu sein. Foie Gras, wie der Franzose sagt, ist ja nicht unbedingt jedermanns Sache. Andreas guckte auch leicht irritiert, als Julia annoncierte, als dann aber die erste Gabel im Mund war, waren alle Bedenken verflogen. Die Ofen-Tortilla war gut gemacht und schmackhaft: Kartoffeln mit Zucchini und Paprika, aufgegossen mit Eimasse und gratiniert. Plus tourniertes Gemüse.

Eigentlich war ich schon satt. Aber wer lässt sich schon ein Dessert wie dieses entgehen? Nämlich Schoko-Oliven-Mousse mit Erdbeer-Minz-Salat?


Ich jedenfalls nicht. Aber das war euch bestimmt schon klar. Frische Früchte, Soßenspiegel aus Mango und Erdbeerpüree, Schokomousse. Selbiges mit Olivenöl gemacht, dadurch sehr kompakt und schokoladig. Erdbeerminzsalat mariniert mit Grappa und Erdbeerlikör, für den gewissen *hicks*.

Zum krönenden Abschluss kam dann auch noch Joschik aus der Küche, und sagte Hallo. Sehr nett. Bisschen schüchtern, man merkt, dass er sich am Herd deutlich wohler fühlt als im Gastraum. Was ich sehr charmant finde. Für den Service gibt es ja schliesslich die bezaubernde Julia.

Zur Rechnung noch ein süßes Schmankerl: selbstgemachte Pralinen und selbstgekaufte Gummibärchen. Schön, wenn man so viel Spaß an seinem Job hat und dabei auch den Humor nicht vergisst.


Fazit: ein wirklich schöner Abend. Mit leckerem Essen und gutem Wein. Unbedingt einen Besuch wert.
Für das Wein-Menü am 09.07. sind noch einige Plätze frei - also nichts wie ran und reserviert! Ich werde auch da sein und freu mich schon drauf.

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