Kennt ihr das? Manchmal entspinnt sich im Bekanntenkreis um ein und das gleiche Restaurant eine mitunter hitzige Debatte, ob man da nun hingehen sollte oder nicht. Führt bei mir eigentlich immer dazu, dass ich mir das Objekt der Diskussion auf jeden Fall mal selber angucken will. So auch in diesem Fall: dem Vapiano. Eine Kette italienischer Restaurants, die eindeutig auf dem Vormarsch ist. Jedenfalls schießen die Standorte gerade wie Pilze aus dem Boden. Muss ja also eigentlich was dran sein. Oder?
Wie gesagt, im Bekanntenkreis fanden sich Befürworter genauso wie Gegner. Wir also abends mal da vorbeigeschneit. Erster Eindruck: totale Verwirrung. Kein Ansprechpartner, alle wuseln durcheinander, und nirgendwo steht, wie der Ablauf funktioniert. Der ist nämlich so: man muss ZUERST an der Kasse eine Chipkarte holen. DANN muss mich sich entweder für Pizza, Pasta oder Salat anstellen. Das Essen wird dann auf die Karte gebucht, genauso wie etwaige Getränke. Die Karte wird dann beim Verlassen des Restaurants ausgelesen, und man zahlt.
Dieses Wissen muss man sich also erstmal selber erarbeiten. Nervig. Aber gut, beim nächsten Mal wissen wir Bescheid. Das Essen überzeugt nämlich. Die Nudeln sind alle frisch gemacht. Man kann aus 8 verschiedenen Sorten wählen, die dann vor den Augen zubereitet werden. Dazu wählt man seine Sauce. Auch hier wieder Riesenauswahl, unterteilt in vier Gruppen: A, B, C und D. A kostet 5,75 Euro, B 6,75 Euro und so weiter. Pizza funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Zur Pasta gibt es sogar noch Ciabatta - locker, frisch und lecker.
Zusätzlich zur ständigen Karte gibt es zur Zeit WM-Specials, z.B. Ravioli schwarz-rot-gold. Schwarze Ravioli, gefüllt mit mit Safran aromatisierten Ricotta, dazu rote Paprika und Safransoße. Die musste ich probieren. Gut, die Paprika hatte ein paar mehr Röstaromen abbekommen als nötig gewesen wären, aber für 6,50 Euro waren Portion und Qualität mehr als angemessen. Andreas orderte Pizza mit Thunfisch, bekam einen Pieper und konnte schonmal einen Sitzplatz suchen, während seine Pizza im Ofen vor sich hin knusperte.
Und jetzt kommen eben die Kritikpunkte: wirkliches Wohlfühl-Feeling kommt nicht auf. Es ist eben doch Self-Service. Und wenn man nicht Sachen aus der gleichen Kategorie bestellt, hat man sein Essen eben nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Hmpf. Suboptimal.
Fazit: für einen schnellen Lunch- oder Dinnerstop alleine oder maximal zu zweit völlig in Ordnung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut. Nur für einen gemütlichen Abend mit Freunden würde ich es nicht empfehlen.


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