16.6.10

Business-Lunch im Casa Luigi, Düsseldorf

Ich habe ja schonmal vom Privileg, im Herzen Düsseldorfs zu arbeiten, geschrieben. Die Qual der Wahl hat aber auch Nachteile: nicht alles ist Gold, was glänzt, und man kann bei der Wahl der Mittagessen-Location auch ganz schön daneben greifen. Leider.

Dieses Mal waren Kollege A, Kollegin D und ich von einer Filmproduktion zum Essen eingeladen. Die Lokalität gibt natürlich der Einladende vor. Vorschlag: das Casa Luigi am Carlsplatz. Ich halte mich bei Läden, die ich nicht kenne, grundsätzlich raus, man will den Einladenden ja auch nicht verprellen. Und man könnte ja etwas entdecken, was wirklich gut ist. Wir also mittags dahinmarschiert.

Erster Eindruck von außen: naja. In einer Seitenstraße ab vom Carlsplatz gelegen, dürfte es hier keine Laufkundschaft geben. Denn wenn man nicht nach dem Laden sucht, findet man ihn auch nicht. Die Fenster sind mit Ahornblättern beklebt, die wohl als Sichtschutz gedacht sind. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Das Interieur überzeugt mich auch nicht: rot geäderter Marmor und jede Menge Säulen. Gemütlich geht anders. Viel schlimmer aber: die Musik ist viel zu laut, und gespielt wurde ein wilder Mix aus arabischen (!) und spanischen (!) Songs. Bei einem Italiener. Schimpft mich altmodisch, aber ich fand das äußerst unpassend.


Aber zum wichtigsten Punkt: dem Essen. Zwischen den Klotüren (!) hängt die Urkunde mit der Auszeichung "Einer der besten Italiener Deutschlands 1999", verliehen vom Feinschmecker. Das lässt mich kurz hoffen. Beim Anblick des Rindercarpaccios von Kollege D bestätigt sich die Hoffnung kurz. Sieht gut aus. Aber dann kommen die Hauptgänge.

Dazu eins vorweg. Und gut aufgepasst, es wird haarsträubend: ich wollte die Tagliatelle mit Lotte und Spargel. Die Bedienung meinte, Lotte sei aus, ich könnte aber Lachs stattdessen haben. Da ich ja flexibel bin, stimmte ich zu. Dann kam der Teller. Tagliatelle? Korrekt. Lachs? Fehlanzeige. Spargel? Nope, nicht vorhanden. Dafür hatte ich gummiartige Lotte auf dem Teller, und sage und schreibe 5 zerkochte Kirschtomaten. Ich bin ja wirklich nicht kleinlich, aber was hat das mit dem bestellten Gericht zu tun? Genau: gar nichts.

Um des lieben Friedens willen ließ ich es so wie es war. Man ist ja eingeladen. Ein Seitenblick auf die Teller der anderen: essbar, aber auch kein Anlass zu Begeisterungsstürmen. Die Ente mit Pflaumensoße zu durch. Das Thunfischsteak mit Salat zu 16.90 Euro kommt tatsächlich nur mit Salat. Sonst nichts. Die Canneloni sind nicht überbacken, dafür aber überdimensioniert und labschig. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, ist auch noch der Espresso zum Abschluss total verbrannt. Ärgerlich. SEHR ärgerlich.

Fazit: das einzige, was ich in diesem Restaurant nochmal bestellen würde, ist der Lugana, den wir getrunken haben. Der war lecker.



Casa Luigi
Hohe Straße 33/35
40213 Düsseldorf
Fon: 0211-327301

1 Kommentare:

  1. Ich möchte der Erzählung zustimmen und finde den laden weder ansprechend noch ist das Personal freundlich oder angagiert. Wer mit seiner Familie dort essen möchte und die Kinder noch nicht 12 Jahre alt sind, sprich entweder ein Kinderstuhl brauchen oder im Kinderwagenalter sind, die müssen eine absage wegen alles Reserviert hinnehmen, auch wenn man sieht das Lokal ist total leer. Inhaber selber Vater zweier Kinder, möchte keine kleinen in seinem Restaurant, wahrscheinlich weil sie nichts Umsetzen? Ich finde das sehr Unfreundlich und traurig.
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